Gemeinsam verschieden sein

Die Bach-Grundschule ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens (GL). Das bedeutet: Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf lernen gemeinsam in unseren Klassen.

Dabei gehen wir davon aus, dass jedes Kind unterschiedliche Stärken, Voraussetzungen und Bedürfnisse mitbringt. Unser Ziel ist es, allen Kindern Lernen, Entwicklung und Teilhabe in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Gemeinsames Lernen bedeutet deshalb nicht, dass alle Kinder immer das Gleiche, zur gleichen Zeit und auf die gleiche Weise lernen. Unterricht und Förderung werden so gestaltet, dass unterschiedliche Lernwege und individuelle Unterstützung möglich sind.

Sonderpädagogische Förderschwerpunkte

Ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf kann in unterschiedlichen Bereichen bestehen. In Nordrhein-Westfalen werden folgende Förderschwerpunkte unterschieden:

  • Lernen (LE)
    Unterstützung bei längerfristigen und umfassenden Schwierigkeiten im schulischen Lernen.
  • Sprache (SQ)
    Unterstützung, wenn die sprachliche Entwicklung und Kommunikation das schulische Lernen erheblich beeinflussen.
  • Emotionale und soziale Entwicklung (ESE)
    Unterstützung im Bereich des emotionalen Erlebens, des sozialen Handelns und der Verhaltensentwicklung.
  • Hören und Kommunikation (HK)
    Unterstützung bei Beeinträchtigungen des Hörens und der Kommunikation.
  • Sehen (SE)
    Unterstützung bei Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit.
  • Körperliche und motorische Entwicklung (KME)
    Unterstützung bei körperlichen oder motorischen Beeinträchtigungen.
  • Geistige Entwicklung (GG)
    Unterstützung bei umfassendem Förderbedarf in der geistigen Entwicklung und beim Lernen.

Was bedeutet das für das Lernen?

Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf können je nach Förderschwerpunkt zielgleich oder zieldifferent unterrichtet werden.

Zielgleich bedeutet, dass ein Kind grundsätzlich nach den gleichen curricularen Vorgaben und Bildungszielen wie die anderen Kinder seines Jahrgangs lernt – mit der individuell notwendigen Unterstützung.

Zieldifferent bedeutet, dass die Lernziele an die individuellen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes angepasst werden. Dies betrifft insbesondere die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung.

Wichtig ist uns dabei: Die Kinder bleiben Teil ihrer Klassengemeinschaft. Gemeinsames Lernen und individuelle Förderung sollen sich ergänzen.

Wie unterstützen wir die Kinder?

Gemeinsames Lernen ist bei uns Teamarbeit. Klassen- und Fachlehrkräfte arbeiten mit sonderpädagogischen und weiteren pädagogischen Fachkräften zusammen.

Je nach individuellem Bedarf kann Unterstützung beispielsweise erfolgen durch:

  • angepasste Aufgabenstellungen und Lernmaterialien,
  • zusätzliche Hilfsmittel und Strukturierung,
  • individuelle Lernziele,
  • Förderung innerhalb des Klassenunterrichts,
  • zeitweise Arbeit in Klein- oder Fördergruppen,
  • individuelle Förderangebote,
  • Beratung und Begleitung sowie
  • regelmäßige Beobachtung und Überprüfung der Lern- und Entwicklungsfortschritte.

Dabei soll Förderung möglichst eng mit dem Unterricht und dem gemeinsamen Schulleben verbunden bleiben.

Diagnostik und Förderplanung

Sonderpädagogische Förderung beginnt nicht erst bei einer einzelnen Förderstunde. Ein wichtiger Bestandteil ist die sonderpädagogische Diagnostik.

Sonderpädagog:innen beobachten und diagnostizieren Lern- und Entwicklungsprozesse, beraten Lehrkräfte und Eltern und wirken an der Planung geeigneter Unterstützungsmaßnahmen mit.

Besteht ein festgestellter sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf, wird die Entwicklung des Kindes auf Grundlage einer individuellen Förderplanung begleitet. Ziele und Maßnahmen werden festgelegt, regelmäßig überprüft und an die weitere Entwicklung angepasst.

Wenn ein Unterstützungsbedarf vermutet wird

Nicht jede Lernschwierigkeit oder Auffälligkeit bedeutet automatisch, dass ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf besteht.

Zeigt sich, dass ein Kind über einen längeren Zeitraum besondere Unterstützung benötigt, werden zunächst die bisherigen Beobachtungen, Fördermaßnahmen und Lernentwicklungen betrachtet. Eltern und Schule stehen dabei im Austausch.

Je nach Situation können weitere diagnostische Schritte und gegebenenfalls ein Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs folgen.

Damit würde ich auf der Homepage bewusst nicht das komplette AO-SF-Verfahren mit allen rechtlichen Einzelschritten erklären. Für betroffene Eltern sollte das immer individuell im persönlichen Gespräch erklärt werden.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Für uns bedeutet Gemeinsames Lernen vor allem, Verschiedenheit als selbstverständlichen Teil von Schule zu verstehen.

Kinder sollen miteinander und voneinander lernen, ihre eigenen Stärken entwickeln und erfahren, dass jeder Mensch unterschiedliche Unterstützung benötigen kann.

Lehrkräfte, sonderpädagogische Fachkräfte, SoFas und MPT-Kräfte bringen dabei ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und stimmen Förderung und Begleitung miteinander und mit den Erziehungsberechtigten ab.

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